MEINE EINSTELLUNGEN

Grundsätzlich habe ich eine etwas andere Einstellung zu Pferden als viele Pferdesportler. Für mich ist das Pferd (welche Rasse auch immer) zuallererst ein tierischer Partner und kein Sportmittel.

Es kommt auch nicht darauf an, wer wie viele Erfolge oder Abzeichen hat und ein Prahlen damit ist völlig falsch. Ein Pferd kennt keine Abzeichen oder Turniererfolge sondern nur Werte wie Vertrauen, Angst, Zuneigung und Abneigung.

Natürlich treten auch bei mir ab und zu ein paar Probleme auf. Diese versuche ich in Zusammenarbeit mit dem Pferd gemeinsam zu lösen. Das Pferd fühlt sich ernst genommen und darf mitentscheiden. Natürlich bleibt die endgültige Entscheidung immer bei mir.

Wichtig ist die Art wie man mit dem Pferd umgeht und das man auftretende Probleme auf die bestmögliche Art und Weise löst und darauf achtet, dass keinem Pferd und keinem Mensch etwas passiert. Strahle Ruhe und Gelassenheit aus und Dein Pferd wird auch ruhig und gelassen sein. In kritischen Situationen kann man dadurch sehr oft Unfälle vermeiden.

Dazu kommt die faire Behandlung des Pferdes die ein grundlegender Bestandteil des Vertrauens zwischen Pferd und Mensch ist und zusammen mit vielen anderen Bausteinen das Fundament des Vertrauens zwischen Mensch und Pferd bildet. Auf diesem Fundament kann man die Arbeit mit dem Pferd aufbauen.

Beispiel : Ich war mit dem Pferd im Wald unterwegs und plötzlich war der Weg zu Ende. Bis zu einem anderen Weg musste ich 500 Meter durch den Wald laufen und mir einen Weg suchen. Der Abhang war recht steil. Folglich bin ich abgestiegen und habe das Pferd vorsichtig den Abhang hinab geführt. Am anderen Weg angekommen bin ich wieder aufgestiegen. 

Das Pferd hat gemerkt : "Ich kann mich auf meinen Menschen verlassen. Er passt auf, dass mir nichts passiert. Also kann ich ihm vertrauen."

Dieses Vertrauen wurde im Straßenverkehr bei den Begegnungen mit Autos, Motorrädern, Fahrrädern, LKWs usw. immer wieder bestätigt. Daraus entsteht ein bedingungsloses Vertrauen und es kommt zur Harmonie zwischen Pferd und Mensch. 

Damit können Pferd und Mensch Ausritte und Ausfahrten gemeinsam genießen ohne dass einer der beiden Partner Angst haben muss. Es entsteht also Respekt vor dem jeweiligen Partner (Mensch und Pferd).

Respekt ist : Die Achtung vor dem Partner mit allen seinen Bedürfnissen in der jeweils aktuellen Situation.

Grundsätzlich ist die für das jeweilige Problem richtige Lösung zu finden. Natürlich muss ein umfangreiches Wissen vorhanden sein, doch nicht für jedes Problem ist eine Lösung in der Literatur zu finden. Manchmal muss man zu unkonventionellen Maßnahmen greifen. Wichtig ist das Ergebnis. Wenn die unkonventionelle Maßnahme zu einem guten Ergebnis führt, dann ist sie richtig (egal was alle anderen Personen sagen).

Wer sich in seinen tierischen Partner hineinfühlen kann und sein Vertrauen hat, der kann mit seinem Pferd alles erreichen.

Hier ist ein vertrauensvolles Miteinander das Mittel der Wahl. Ein Pferd, das mir vertraut, wird mir nichts tun.

Wenn das Vertrauen des Pferdes in seinen Menschen und das Vertrauen des Menschen in sein Pferd groß genug sind, dann ist festzustellen, dass das Pferd seinem Menschen bei der Lösung von Problemen auf eine vom Menschen nicht erwartete Art und Weise hilft.

Auch wenn der Mensch eine ganz neue Aufgabe (für ihn und für das Pferd) hat, tut das Pferd alles um die Aufgabe erfolgreich zu bewältigen.

 

FAZIT : Das Wichtige ist der richtige, vertrauensvolle Umgang mit dem Pferd, nicht die Erfolge und die Abzeichen.

              Nicht jeder, der nicht mindestens das RA3 oder FA3 hat ist ein guter Reiter oder Fahrer. Ein guter

              Reiter und / oder Fahrer zeichnet sich durch seinen hervorragenden Umgang mit den Pferden aus.

              Ich selbst habe nie ein Reitabzeichen abgelegt. Mir wurde das RA5 zuerkannt.

              Meine Reiterprüfung habe ich auf einem durchgehenden Pferd gehabt. Auf eine Abzeichenprüfung

              kann man sich vorbereiten, auf ein durchgehendes Pferd nicht.